Karwendelmarsch 2017

Mein Lauf-Bericht über den Karwendelmarsch am 26.08.2017

 

Der Wecker klingelt um 3:00 Uhr, da der Transferbus um 4:00 Uhr in Pertisau am Achensee abfährt.

Die Busfahrt endet um 5:15 Uhr in Scharnitz, dort ist der Start.

2500 Trailrunner und Wanderer machen sich gleichzeitig bereit zum Start, es ist ein magisches Gefühl dort zu stehen im Dunkeln und auf den Startschuss zu warten.

Die Anspannung ist deutlich zu spüren, gleich geht's los!

 

Um 6:00 Uhr fällt der Startschuss, it's on :-)

 

Die ersten 2 km marschiere ich erstmal in der Masse mit, sauge die Stimmung auf und freue mich auf den Sonnenaufgang. Ab km 3 beginne ich locker zu laufen, da sich das Feld jetzt aufgelockert hat und es auch Platz zum Überholen gibt.

Mein Fuß fühlt sich (nach der 3 wöchigen Verletzungspause) wieder gut an, keine Schmerzen mehr :) daher habe ich mich auch spontan am Vortag des Karwendelmarsch entschieden, doch zu starten.

Bis zur ersten Verpflegungsstation bei km 10 laufe ich locker in einer 6er Pace, die Stationen sind super, es gibt selbstgemachte Riegel mit Nüssen und Feigen, Bananen, Äpfel, Quellwasser, Holundersaft und Tee.

 

Gut gestärkt (das war mein Frühstück) laufe ich die nächsten 3 km in einer 5er Pace (5:01 min/km) bis zum Anstieg. Ab hier wandere ich mehr, der Anstieg hat gut 800 Höhenmeter zum Karwendelhaus. 

Das liegt bei km 18, hier muss ich die erste längere Pause machen, da ich zwei Blasen an der Ferse habe. Ein sehr netter Helfer der Bergwacht versorgt mich gut mit Blasenpflastern, so dass ich den folgenden Downhill gut laufen kann.

Die Verpflegungsstation auf dem Karwendelhaus war die Beste! Käsebrote, Kartoffelsuppe, Riegel, Bananen, Äpfel, Tee und Wasser. Und ein Päckchen Salz, da es jetzt sehr heiß wurde um den Mineralverlust wieder auszugleichen.

Ab km 20 bis 24 lief ich die schnellsten km: 4:46 - 4:55 - 04:43 - 04:23 min/km

 

Es war der Hammer, ich war im Flow :-) alles lief leicht und locker, die Blasen waren vergessen, ich sprang wie eine Bergziege über Stock und Stein. Das ist Trailrunning - ich liebe es! :-)

 

 

 

Nach dem Hoch kommt bekanntlich ein Tief.

Ab km 25 bis 29 kam der härteste Streckenabschnitt: der Anstieg zur Falkenhütte (diese liegt auf knapp 1900 m)

Für die 900 Höhenmeter brauchte ich sehr lange, die km-Zeiten waren ( 8:16 - 09:57 - 09:16 - 12:28 - 13:21 ). Mit wackeligen Beinen und ziemlich erschöpft habe ich mich zur Verpflegungsstation Falkenhütte gekämpft.

 

Die Verpflegung war wieder fantastisch, ich habe hier ca. 15 min Pause gemacht, gut gegessen und die wunderschöne Landschaft und das Bergpanorama genossen. :-)

 

Abstieg zur Engalm: km 30 bis 35: die km-Zeiten waren jetzt wieder etwas besser ( 8:01 - 09:58 - 08:03 - 08:43 - 07:24 )

 

Die letzten km runter zur Eng waren schmerzhaft...

Die Blasen an den Füßen waren offen - die Oberschenkel brannten...

 

Als ich über die Ziellinie lief und das Piepsen der Zeitmessung hörte, wusste ich gleich: hier steige ich aus!

 

Ein sehr netter Trailrunner versuchte mich zu motivieren, dass ich doch noch weitermache und die übrigen 17 km bis zum Ziel in Pertisau noch laufe. Aber für mich stand die Entscheidung fest: dieses Jahr nur 35 km!

 

Es war jetzt 11 Uhr - ich bin 4.59 h gelaufen.

Jetzt bekam ich eine Medaille und herzliche Glückwünsche zu der guten Zeit. Das freute mich sehr.

 

Mein Vater war noch auf der Strecke und ich wartete im Zielbereich auf sein Kommen.

Es war toll so viele glückliche Trailrunner und Wanderer zu beobachten, die die Ziellinie überquerten.

Einige fragten mich, ob ich von ihnen ein Foto machen könnte :-)

 

Am Verpflegungsstand gab es klare Gemüsesuppe, kalte Heidelbeersuppe (sehr lecker) und Joghurts.

Da ich noch ein paar Stunden Zeit hatte bis mein Vater die Ziellinie überqueren wird, konnte ich gemütlich alles essen und trinken :)

Es war jetzt sehr heiß um die Mittagszeit, ich dachte an meinen Vater, wo er sich wohl im Moment befindet (vielleicht am Anstieg zur Falkenhütte?)

Telefonisch konnte ich ihn nicht erreichen, da das Handynetz nicht gut funktioniert hat.

 

So wartete ich und hoffte, dass er bald ins Ziel laufen würde... es war 14 Uhr - dann 15 Uhr - dann um 15:32 Uhr lief mein Vater durchs Ziel und ich war überglücklich, dass er es auch geschafft hatte! :-))

 

Jetzt hatten wir uns das Hefeweizen verdient und ließen es uns auch schmecken. Was für ein Tag!

 

Danke an alle Helfer des Karwendelmarsch, es war eine super Organisation!

 

Im nächsten Jahr will ich den Zugspitz Basetrail XL laufen...

 

Keep on running my friends

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Kommentare: 2
  • #1

    Rolf Schneider (Mittwoch, 30 August 2017 09:22)

    Guter Bericht, Glückwunsch. Ich war auch dabei und hatte mich ebenfalls erst am Vorabend entschieden zu starten. Nach mehr als 10 Tagen dicken Fuß nach 71 km Staffel Mauerweglauf war diese so leidlich verschwunden. Ziel war auch wenigstens die 35 km zu finishen. Bis dahin ging es auch noch ganz gut. Ich war kurz vor 12:00 Uhr in der Eng. Habe mich dort entschieden doch noch die restlichen 18 km dran zu hängen. Es ging gleich auf den nächsten 6,5 km ca. 550 m hoch und dann ziemlich steil wieder bergab. Das war Gift für meinen Fuß, der sich wieder meldete. Zudem brannten beide Fußsohlen, so dass ich auch die letzten eigentlich schönen 8 km nur begrenzt laufen konnte. Nach gesamt 9:29 Stunden war ich dann glücklich im Ziel zu sein.

  • #2

    Stefan (Mittwoch, 30 August 2017 11:13)

    Danke dir Rolf. Herzlichen Glückwunsch dir zum 52 km Finish! Das ist eine super Leistung! Als ich vor 6 Jahren auch bis nach Pertisau gelaufen bin, da ging es mir ähnlich wie dir. Die letzten flachen 8 km konnte ich kaum mehr laufen, aber das Finish war alles wert! Damals kam ich nach 7:50 h ins Ziel. Ich wünsche dir eine gute Regeneration! Vielleicht sieht man sich mal bei einem Traillauf. Was ist dein nächstes Ziel?


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